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Der Zehentstadel war ursprünglich auf der Burg Zusameck untergebracht. Für die Bauern, die den zehnten Teil ihrer Ernte dort abliefern mussten, war das “Zehentführen” ein gefährliches und mühevolles Unterfangen. Sie stellten daher einen Platz unterhalb des Berges für einen neuen Stadel zur Verfügung. Thaddäus Baldauff (1784 – 1801), der damaligen Pfleger auf der Burg, trug diesen Plan dem Domkapitel in Augsburg vor, welches sich jedoch lange nicht für diesen Ort entscheiden konnte. Es erwog sogar, den Neubau in Lindach, Schempach, Unternefsried, Obernefsried, Kutzenhausen oder Gabelbachergreut zu errichten. 1801 wurde der Zehentstadel schließlich doch noch an hiesiger Stelle als letztes Bauwerk unter der Herrschaft des Domkapitels erbaut.
Am steilen Giebel dieses Baues befinden sich in Form der Gesimsbänder typisch schwäbische Stilmerkmale. Durch das massive Tor konnten die Fuhrwerke in den Stadel hineinfahren und dort ihre Lasten abladen. Die kleinen Fensteröffnungen und das dicke Mauerwerk erinnern heute noch daran, dass Nahrung damals ein überaus schützenswertes Gut war.
Über Jahrzehnte hinweg verfiel dieser Bau immer mehr. Sogar der endgültiger Abriss wurde ins Auge gefasst. 1992 kaufte die Marktgemeinde den Stadel und der Heimatverein Reischenau, Dinkelscherben konnte 1993 mit Hilfe öffentlicher Zuschüsse, privater Spenden und einem hohen Maß an Eigenleistung den Zehentstadel wieder herstellen und seinem heutigen kulturellen Zweck zuführen.
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