Burgbez
Wegekapelle-Stele

Die Kleine Marienkapelle
auch Wegekapelle genannt

um 1900

Wegekapelle-um-1900-0102

2004

Wegekapelle-2003-0205

Über den Ursprung der kleinen Marienkapelle ist nichts berichtet. Fest steht jedoch, dass sie vor 1797 erbaut wurde und genauso wie die Besenkapelle am anderen Ortsende nie zum Messelesen gedacht war. Sie sollte den Reisenden vor Verlassen des Ortes zum Gebet für eine glückliche Rückkehr einladen.

Wegekapelle-Hl-Nepomuk

Das rechteckige Gebäude mit dem Kreuzgewölbe öffnet sich mit einem großen Rundbogen zur Straßenseite hin. Den Rundbogen flankieren zwei Halbsäulen mit Würfelkapitelen. In der Nische des flachen Dreieckgiebels stand einstmals die kleine Holzfigur des hl. Johannes Nepomuk (Ende 18. Jh.). Diese kleine, wertvolle Figur ziert heute eine Mauernische im Heimatmuseum. Hinter den vergitterten Glastüren befand sich ehemals eine sitzende Madonna, die zum Gebet einlud. Diese Madonna wurde in den 70iger Jahren durch eine stehende  Madonna  ersetzt.  Der  Dinkelscherbener

Heimatforscher und Lehrer Anton Frank überlieferte, dass das Jesuskind auf den Armen der sitzenden Madonna gestrickte Puppenkleider trug, die von Frauen bei besonderen Gebetsanliegen immer wieder ausgetauscht wurden.

Den flachen Dreiecksgiebel ziert ein doppelbalkiges Wetterkreuz, wie es vor allem in der Barockzeit Brauch war. Die Form der Doppelkreuze geht auf das sogenannte Caravaca-Kreuz aus Spanien zurück. Im landläufigen Sinne war man der Meinung, wenn ein einfaches Kreuz vor Blitz, Hagel und Ungewitter schützt, wäre wohl die Wirkung durch ein Doppelkreuz noch größer. Der Glaube daran wurzelt in der damals begründeten Angst vor Missernten und der damit verbundenen Hungersnöte. Dieses Kreuz schlägt aber auch einen Bogen zur Besenkapelle am anderen Ortsende, denn wie dort erhoffte man sich durch den Schutz dieses Doppelkreuzes eine Heilung von Hautkrankheiten, wird doch berichtet, dass durch die Verehrung des Caravaca-Kreuzes in Spanien eine Pestzeit beendet worden ist.

Madonna-aus-der-Wegekapelle

Die Madonna aus der Wegekapelle wurde durch Zufall im Frühjahr 2007 auf dem Dachboden des Rathauses gefunden. Sie stammt aus der Mitte des 18. Jh. Sie wird derzeit restauriert. Wegen ihres mate-riellen und ideellen Wertes wird sie wahrscheinlich nicht mehr in der Wegekapelle untergebracht werden können.

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